Die Bürde eines Tierbesitzers – bis dass der Tod uns scheidet.

Wenn Tiere zur Familie gehören

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Da du jetzt hier auf meinem Blog bei diesem Artikel gelandet bist, bist du vielleicht der selbe Typ Mensch wie ich. Du würdest niemals die Worte „Das ist doch nur ein Tier“ in den Mund nehmen. Dein Haustier gehört zur Familie und du tust alles, damit es sich wohl fühlt. Du kannst an Hundehalsbändern, Pferdedecken und Leckerlie nicht vorbei gehen. Na, erwischt? ;-) Doch wir alle, die wir unsere tierischen Schätze so sehr lieben, haben eine Bürde zu tragen… Sie werden alt und meistens tun sie das schneller als wir.

Eigentlich wollte ich über andere Dinge schreiben und dann mussten wir uns letzte Woche in der Familie selbst mit dem Thema auseinander setzen. Zu unserer Familie gehören seit vielen Jahren Pferde… eines davon war bereits 28 und wer sich etwas mit Pferden auskennt weiß, dass das durchaus ein hohes Alter ist. Wir waren schon mehrfach in der Situation, dass wir glaubten, er würde uns bald verlassen und jedes Mal zeigte er uns doch, dass er noch bleiben will. Letzten Winter war es dann so, dass er mehrfach nicht mehr alleine aufstehen konnte. Die Gelenke schmerzten… Im Sommer fiel das atmen schwer. Fressen funktionierte nicht mehr gut und nun wurde er dünner und dünner. (Selbstverständlich wurde das auch vom Tierarzt abgecheckt.) Die letzten Tage, stand er oft abseits der Herdenmitglieder. Er wollte allein sein. Die Zeit war gekommen, um eine Entscheidung zu treffen.

Abschied nehmen

Über 5 Jahre habe ich als Tiermedizinische Fachangestellte gearbeitet. Viele Tiere habe ich dort auf ihrem letzten Weg begleitet und den Besitzern Trost gespendet. Bei einem Pferd war ich zuvor allerdings nie dabei. (Kein Sorge, jetzt kommen keine Horrorgeschichten, du kannst weiterlesen!) Ich habe mit meiner Familie besprochen, dass ich da sein würde, wenn der Tierarzt kommt. Aufgrund meiner Erfahrung habe ich auch versucht, das Ganze aus dem rationalen Standpunkt zu betrachten, denn ich wusste ja, dass es die richtige Entscheidung ist. Als ich vor Ort war, spürte ich dann allerdings doch eine Welle an Gefühlen über mich kommen. Ich war traurig, ich habe geweint und es war nicht leicht. Dennoch war ich bei ihm. Die Tierärztin kam, ich holte ihn aus der Box und führte ihn nach draußen. Er war interessiert, hat noch ein paar Halme gezupft. Er war nicht nervös, obwohl er sicher gespürt hat, dass ich anders bin als sonst. Es war… friedlich.

Ich möchte dir hier an der Stelle gar keine Einzelheiten erzählen, denn ich weiß, dass viele das gar nicht lesen wollen oder können. Bei Fragen dazu, kannst du mir aber selbstverständlich schreiben!

Mein Anliegen

Hundefoto-Strand

Doch warum schreibe ich das hier alles? In meiner Zeit in der Praxis habe ich auch andere Situationen erlebt, was die Besitzer betraf. Ich sprach auch mit der Tierärztin, die zum Stall kam und auch Sie berichtete mir davon. Viele Menschen bleiben bis zum letzten Moment an der Seite ihrer Tiere und das ist auch gut so. Ja, sie weinen und schluchzen und sie sind tieftraurig über den Verlust und ja, manchmal weint man auch als Tierarzt oder Helferin mit, denn zu manchen Patienten hat man doch über die Zeit eine gewisse Zuneigung aufgebaut. Und? Das ist in Ordnung und niemand muss sich dafür schämen… so ist das nun mal mit der Liebe!

Leider habe ich auch andere Situationen erlebt… Situationen in denen ein Haustier nur abgegeben wurde, weil die Besitzer sich nicht stark genug fühlten, um dabei zu bleiben. Bitte tu das nicht… Wenn du es selbst wirklich nicht kannst, dann bleib bis zur Narkose oder lass wenigstens eine andere Bezugsperson deines Tieres dabei sein. Lass es nicht allein. Ich weiß, wie unglaublich schwer es ist, das durchzustehen. Dennoch finde ich, wir sind es unseren Tieren schuldig. Als Dank für all die Zeit und Liebe, die uns entgegengebracht wurde.

Dackel

Niemand möchte darüber nachdenken, dass er selbst irgendwann vor der Entscheidung stehen wird, sein Tier gehen lassen zu müssen. Sollte es bei dir aber irgendwann so weit sein, bitte erinnere dich an diese Worte. Begleite deinen Vierbeiner. Und auch, wenn das wirklich ein sehr schwacher Trost ist und uns die Angst vor dem Moment nicht nehmen kann… Ich persönlich sage immer, dass ich froh bin, dass wir diese Möglichkeit haben. Dass wir unseren Tieren vielleicht langes Leid damit ersparen können. 


Ich hoffe sehr, dass diese Worte den ein oder anderen erreichen können!

Bis zum nächsten Mal,
deine Jessy. <3

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