Meine 7 Tipps, wie du bessere Actionfotos von Hunden machst

Bereit für bessere Actionfotos?


Du kennst das… du liegst bäuchlings auf dem Boden, die Kamera in der Hand und ein Stück von dir entfernt sitzt dein Hund. In freudiger Entzückung, dass er gleich gerufen wird und am anderen Ende der Rennstrecke ein Leckerchen auf ihn wartet, schaut er zu dir. Du willst Actionfotos machen! So viele tolle Bilder hast du schon gesehen und möchtest auch Fotos deines Hundes, während er energiegeladen auf dich zurennt. Nach der Session bist du allerdings etwas frustriert, denn irgendwie fehlt es an Schärfe. Was kannst du verbessern?

Als erstes ist es natürlich wichtig die Rahmenbedingungen für deine Ausrüstung festzulegen. Da ich mich mit Bridge- und Systemkameras nicht auskenne, werde ich das Ganze jetzt auf Spiegelreflexkameras beziehen. Das ein oder andere lässt sich aber bestimmt auch auf andere Systeme übertragen. Wichtig ist es, dass du dich schon ein klein wenig mit den Einstellungen deiner Kamera auskennst und dass deine Kamera die Möglichkeit bietet, bestimmte Parameter selbst zu bestimmen. Außerdem wäre es von Vorteil, wenn du ein Objektiv mit einer Brennweite von 85 mm oder mehr verwendest. Fotografiert wird mit dem Autofokus, auch das muss bei deiner Kamera-Objektiv-Kombi möglich sein. Fangen wir also an.

Hundefoto im Schnee

Die große Frage ist: „Warum werden deine Bilder nicht scharf?“. Das kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Deine Kameraeinstellungen sind nicht richtig. Das betrifft vor allem die Einstellung der Belichtungszeit und die des Autofokusmodus.
  • Der Fokus deiner Kamera oder deines Objektivs ist zu langsam. Je nach Modell und Preisklasse ist die Ausrüstung unterschiedlich leistungsfähig. Das heißt aber nicht, dass du zwingend eine Kamera und Objektive im Wert von mehreren tausend Euro brauchst, um schöne Bilder zu machen!
  • Dein Objektiv hat einen Front- oder Backfokus. Das bedeutet, dass der Punkt, der eigentlich fokussiert wird, von der Kamera zu weit vorn oder zu weit hinten erfasst wird und sich somit die ganze Schärfeebene verschiebt. Diesen Punkt möchte ich allerdings erst mal außen vor lassen und davon ausgehen, dass eure Ausrüstung keine Macken hat.

Tipp 1 – Die Autofokuseinstellungen

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Wie oben schon erwähnt, nutzt du am besten den Autofokusmodus deiner Kamera. Dabei ist es wichtig, dass du die Einstellung wählst, die für bewegliche Bilder geeignet ist. Leider gibt es bei verschiedenen Kameraherstellern keine einheitlichen Begriffe, sodass du am besten einmal in deinem Handbuch nachsiehst.

Zum einen gibt es den Einzelfokusmodus (bei Nikon AF-S, bei Canon OneShot). Bei diesem wird das Motiv einmal mit halb durchgedrücktem Auslöser fokussiert und der Fokus stellt sich an der ausgewählten Stelle fest. Das wollen wir nicht, da wir ja ein bewegtes Motiv fotografieren möchten.

Deshalb wählen wir den kontinuierlichen Autofokus (Nikon AF-C, Canon AI Servo). Bei dieser Einstellung ist es so, dass die Kamera sich den einmal gewählten Punkt nicht fest merkt, sondern den Fokus bei halb durchgedrücktem Auslöser immer wieder nachjustiert. Genau das brauchen wir, wenn später unser Hund freudig auf und zugelaufen kommt.

Tipp 2 – Die Belichtungszeit

Hast du das erledigt, musst du noch etwas beachten. Actionfotos brauchen eine kurze Belichtungszeit! Dafür hast du entweder die Möglichkeit voll manuell zu fotografieren und alle Werte selbst zu bestimmen. So mache ich es für gewöhnlich auch, allerdings ist es dabei notwendig zu wissen, welche Wirkung die einzelnen Parameter haben. Wenn du da noch nicht ganz sicher bist, beginne mit der Zeitvorwahl bzw. Blendenautomatik deiner Kamera (Nikon Modus S, Canon Modus TV), bei welcher du die Belichtungszeit einstellen kannst. Die Kamera passt die anderen Parameter dann automatisch an die von dir vorgegebene Einstellung an.

Der Modus ist nun ausgewählt und du stellst bitte die Belichtungszeit für Actionfotos auf 1/1000 s oder kürzer ein. Die genaue Einstellung hängt auch von den Lichtverhältnissen ab, das würde aber den Rahmen sprengen.

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Tipp 3 – Serienaufnahmen

Stelle deine Kamera so ein, dass sie bei durchgedrücktem Auslöser mehrere Bilder macht. Das perfekte Foto mit einem einzelnen aufgenommenen Bild zu schießen, ist fast unmöglich. Außerdem hast du wenig Kontrolle darüber, in welcher Laufphase sich dein Hund im Moment des Auslösens gerade befindet. Wenn du viele Bilder hintereinander schießt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass du auch einen schönen Bewegungsablauf festhalten kannst.

Tipp 4 – Die Lichtverhältnisse

Gerade wenn du noch nicht so viel Erfahrung mit Actionfotos hast und deine Kamera nicht zu den Profigeräten gehört, mach es dir leicht! Fotografiere für den Anfang an einer Stelle, an der es hell genug ist. Wähle dafür gern eine offene Fläche wie z.B. Strand, Kies oder kurzgeschnittenen Rasen. Wenn die Sonne an dem Tag scheint, weiche auf die frühen Morgen- oder die späten Abendstunden aus und nie die Zeit, an der die Sonne sehr hoch steht. (ein paar spannende Informationen für bessere Fotos bei sonnigem Wetter findest du auch in meinem letzten Blogpost: Klick mich!)


Tipp 5 – Deine Position

Besonders toll sehen Fotos aus, die auf Augenhöhe oder unterhalb der Augenhöhe deines Hundes gemacht worden sind. Das bedeutet, dass du dich (je nach Größe des Vierbeiners) am besten auf den Boden hockst, kniest oder sogar auf den Bauch legst. Keine falsche Scheu, es lohnt sich wirklich! Auch ich sehe nach einem Shooting immer aus, als hätte ich mich irgendwo im Dreck gewälzt. ;-)

Tipp 6 – Die Geschwindigkeit

Viele haben einen Denkfehler, wenn sie Actionbilder machen wollen. Vielleicht ertappst du dich gleich selbst dabei: Je schneller der Hund rennt, desto besser werden die Bilder! Lass dich nicht zu sehr auf diesen Gedanken ein, denn er könnte dich frustrieren! Beginne langsam, vielleicht auch erst mal mit einem lockeren Trab deines Vierbeiners. Denn je schneller der Hund läuft, desto schwieriger wird es auch für dich und deine Ausrüstung. Bilder von Hunden, die mit Vollspeed in eine Sanddüne springen, um einem Ball hinterher zu jagen, gehören immer noch zur Königsdisziplin und vorher braucht es meist einfach etwas Übung und Routine. Beginne also damit deinen Hund in einem geregelten Tempo auf dich zulaufen zu lassen. Das kann durch einfaches Rufen möglich sein oder wenn er den Ball schon geholt hat und anschließend zu dir zurück kehrt. Wenn du kannst, habe einen Helfer dabei, der den Hund im besten Fall auch koordinieren kann und die Umgebung etwas im Blick behält.

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Tipp 7 – Spaß und Übung

Das Allerwichtigste: Verliere bei allem Ehrgeiz den Spaß nicht und sorge auch dafür, dass dein Vierbeiner nicht die Lust verliert. Mach das Ganze zu einem Spiel und gönne deinem Hund Pausen. Mach lieber kurze Sessions an verschiedenen Tagen, als dass du deine Einheiten zu sehr in die Länge ziehst. Nur wenn du mit Spaß und Leidenschaft fotografierst, wirst du auch gute Ergebnisse erzielen! Und wie bei allem anderen auch: Übung macht den Meister. Lass dich nicht entmutigen und sei stolz auf kleine Fortschritte. Alles braucht seine Zeit. Du wirst immer einige, wenn nicht sogar viele unscharfe Fotos dabei haben, das ist manchmal auch bei mir so und das ist völlig in Ordnung.


Puh! Das waren viele Informationen, oder?! Ich hoffe sehr, dass ich dir mit dem Artikel helfen konnte und du Lust bekommen hast, das gelernte direkt umzusetzen! Dabei wünsche ich dir jetzt nämlich jede Menge Spaß!

Bis zum nächsten Mal,
deine Jessy. <3

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