Das ist die beste Hunderasse!

Begeben wir uns auf die Suche nach der besten Hunderasse – los geht’s!

8–12 Minuten

Unter den Hunden gibt über 350 anerkannte Rassen, doch welche ist die beste Hunderasse? Vielleicht hast du dich das auch schon gefragt oder du glaubst, die Antwort bereits zu kennen. Lass uns gemeinsam einen genaueren Blick auf dieses Thema werfen.

Labrador im Sprung

Hunderassen und ihre ursprünglichen Aufgaben

Fast jede Hunderasse wurde ursprünglich für eine bestimmte Aufgabe gezüchtet. So entstanden Hütehunde wie der Border Collie, der im Schaftrieb eingesetzt wurde, oder Jagdhunde, die sich in verschiedene Gruppen aufteilen: Apportierhunde wie der Labrador Retriever, Vorstehhunde wie der Deutsch-Kurzhaar und einige mehr. Huskys sind berühmt für ihre Fähigkeit, große Distanzen im Schnee zurückzulegen und Schlitten zu ziehen – auch du kennst sicher Bilder oder Videos davon. Diese „Berufungen“ prägten die Wesenszüge und Fähigkeiten der Hunderassen über Jahrhunderte hinweg – und das spiegelt sich auch heute noch in ihrem Verhalten wider.

Gehört die beste Hunderasse zu den Spezialisten auf vier Pfoten?

Einige Rassen wurden besonders stark auf bestimmte Eigenschaften hin selektiert und gelten heute als wahre Spezialisten. Oft zählen diese Hunde zu den Arbeitsrassen. Beispiele sind der Border Collie, der Australian Shepherd oder der Malinois. Diese Hunde zeichnen sich durch eine hohe Arbeitsmotivation und Intelligenz aus – Eigenschaften, die sie zu wunderbaren Arbeitspartnern machen, aber im normalen Alltag auch Herausforderungen mit sich bringen können.

Sind diese Hunde in unserem menschlichen Alltag unterfordert, suchen sie sich häufig eigene Aufgaben. Das Problem? Was der Hund als sinnvoll ansieht, ist nicht unbedingt das, was du als Halterin oder Halter gut findest. Daher ist es wichtig, nicht nur für körperliche, sondern auch für geistige Auslastung zu sorgen. Doch Vorsicht: Viele Halter und Halterinnen versuchen, ihre Hunde durch ständige körperliche Aktivitäten müde zu bekommen und damit zu überfordern. Das kann dazu führen , dass der Hund nie lernt, zur Ruhe zu kommen. Die richtige Balance zwischen Auslastung und Entspannung ist hier entscheidend. Viele dieser Hunde müssen sogar aktiv lernen, zur Ruhe zu kommen.

Eigenständige Spezialisten: Herdenschutzhunde

Nicht alle Spezialisten sind auf die enge Zusammenarbeit mit Menschen angewiesen. Herdenschutzhunde wie der Kangal oder der Pyrenäenberghund wurden gezüchtet, um eigenständig Herden zu bewachen und gegen tierische Angreifer wie beispielsweise Wölfe zu verteidigen. Diese Hunde mussten oft tagelang ohne menschliche Anleitung auskommen, was zu einem stark ausgeprägten Schutzinstinkt und Misstrauen gegenüber Fremden geführt hat. Durch diese genetischen Eigenschaften ist der Charakter vieler Herdenschutzhunde auch heute noch geprägt.

Kritisch wird es, wenn solche Hunde in Haushalten landen, die ihnen ihre Bedürfnisse nicht erfüllen können. In dicht besiedelten Wohngebieten oder unerfahrenen Haushalten kann das schnell problematisch werden. Ihr natürlicher Instinkt, Territorien zu verteidigen, passt nicht immer in ein städtisches Umfeld.

Herdenschutzhund
Herdenschutzhunde haben sehr spezielle Eigenschaften.

Mit der richtigen Familie jedoch können auch Hunde solcher „Spezialistenrassen“ großartige Begleiter sein – vorausgesetzt, ihre Bedürfnisse werden erfüllt.

Eigenständige Hunderassen die „anders ticken“

Neben den Hunderassen, die gern eng mit dem Menschen zusammenarbeiten, gibt es auch Hunde, die für ihre Unabhängigkeit bekannt sind. Shiba Inus sind ein Paradebeispiel für diese unabhängigen Charaktere und werden oft als stur bezeichnet. Doch ihre Unabhängigkeit ist kein Zeichen von „Sturheit“, sondern eine Folge ihrer ursprünglichen Zuchtgeschichte. Auch viele Windhunde, wie der Afghanische Windhund oder der Saluki, gelten als schwerer erziehbar, weil sie ursprünglich für die eigenständige Jagd gezüchtet wurden. In manchen Ländern gehen sie heute noch ihrer Aufgabe nach. Dabei entscheidet sich die Art der Jagd von der, wie wir sie hierzulande kennen und die Hund werden eigenständig losgeschickt, um beispielsweise Kaninchen zu fangen und zu erlegen.

Aufgrund dieses Zuchtziels, sind solche Hunde oft weniger leicht abrufbar und benötigen ein anderes Maß an Training und Geduld. Es ist sogar möglich, dass ein solcher Hund mit einem sehr ausgeprägten Jagdinstinkt auch mit viel Mühe und Training nie sicher von der Leine gelassen werden kann. Wenn du dir einen Hund wünschst, der stets gehorsam ist und auf jedes Kommando reagiert, sind diese Rassen vielleicht weniger geeignet.

Ist die beste Hunderasse ein „Modehund“?

Immer wieder erleben bestimmte Hunderassen einen regelrechten Boom, sei es durch Filme, Prominente oder Social Media. Ein aktuelles Beispiel ist der Malinois, der auf Plattformen wie TikTok und Instagram für spektakuläre Stunts gefeiert wird. Doch auch diese Hunde kommen nicht trainiert auf die Welt und solche Videos sind das Resultat von teils jahrelangem, diszipliniertem Training.

Viele Menschen unterschätzen die Anforderungen dieser hochspezialisierten Rasse. Malinois benötigen intensive Ausbildung und konsequentes Training – sonst können sie schnell Verhaltensprobleme entwickeln.

Malinois im Wald

Auch bei Rassen wie der Französischen Bulldogge oder dem Mops führte der Hype zu Überzüchtung und damit zu gravierenden gesundheitlichen Problemen. „Frenchies“ belegen einen der vordersten Plätze der häufigsten Hunderassen in Deutschland. Das bringt uns zum nächsten Punkt: Qualzuchten.

Qualzuchten: Gefangen im eigenen Körper

Ein besonders sensibles Thema in der Hundewelt, was immer wieder für Streitigkeiten sorgt, ist die Qualzucht. Darunter fallen Rassen, die aufgrund ihrer gezüchteten körperlichen Merkmale extreme gesundheitliche Probleme haben oder bei denen ein hohes Risiko für bestimmte schwere Erkrankungen besteht. Besonders brachyzephale (kurzköpfige) Rassen wie der Mops oder die Französische Bulldogge sind stark betroffen.

Besonders die Thematik Brachyzephalie sehe ich besonders kritisch, da diese Hunde von Geburt an körperliche Merkmale besitzen, die sie im Vergleich zu „normal gebauten“ Artgenossen einschränken. Die meisten dieser Hund leiden unter Atemproblemen und sind dadurch extrem anfällig für Überhitzungen und andere Probleme. Stell die vor du würdest nie richtig Luft bekommen. Besonders tragisch ist beispielsweise die Entwicklung der französischen Bulldogge: 2 von 3 Würfen werden mittlerweile per Kaiserschnitt entbunden, weil die Welpen aufgrund der Zuchtmerkmale nicht auf natürlichem Wege geboren werden können.

Ein weiteres Beispiel ist der Cavalier King Charles Spaniel. Diese sind leider häufig ebenso niedlich wie krank: Rassevertreter neigen zu schweren Herzproblemen, die ihnen oft bereits in jungen Jahren das Leben erschweren. Studien zufolge treten bei 50% der Population erste Anzeichen einer Mitralklappeninsuffizienz schon im Alter von nur 5 Jahren auf. Im Alter von 7 Jahren steigt dieser Prozentsatz auf 70 %!

Auch sogenannte TeaCup-Hunde, winzige Varianten ihrer ursprünglichen Rasservertreter die auf ein unnatürlich kleines Format gezüchtet wurden, müssen mit großen gesundheitlichen Einschränkungen Leben.

Es gibt noch viele weitere Rassen die mehr oder weniger stark an Qualzuchtmerkmalen leiden. Das würde hier aber den Rahmen sprengen. Wichtig ist in jedem Fall, dass du dich schon vor der Anschaffung eines Hundes nicht nur über charakterliche und optische Eigenschaften informierst, sondern auch über den gesundheitlichen Stand. Frage dafür ab besten nicht nur bei Züchtern nach, denn diese wollen ihre Hunde verkaufen. Ein guter Tierarzt dich schon vor dem dem Kauf oder der Adoption eines Hundes bei einem Beratungsgespräch unterstützen und auch die gesundheitlichen Aspekte deiner Wunschrasse beleuchten.

Qualzuchten und ihre Folgen: Was du vor dem Hundekauf wissen solltest

Wenn du überlegst, dir einen Hund anzuschaffen, würde ich persönlich von Hunderassen mit stark ausgeprägten Qualzuchtmerkmalen abraten. Diese Hunde neigen oft zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen, die hohe Tierarztkosten verursachen können. Hinzu kommt das emotionale Leid, das du durchleben musst, wenn dein Hund immer wieder unter gesundheitlichen Beschwerden leidet. Das kann sehr belastend sein. Denke auch daran, dass Angebot und Nachfrage den Markt bestimmen: Wenn weniger Menschen Hunde mit Qualzuchtmerkmalen kaufen, wird auch die Nachfrage sinken und langfristig weniger Tiere unter solchen Bedingungen leiden müssen.

Natürlich haben Hunde, die bereits auf der Welt sind und unter Qualzuchtmerkmalen leiden, genauso ein liebevolles Zuhause verdient wie jeder andere Hund auch. Solltest du dich also trotz der gesundheitlichen Bedenken für einen solchen Hund entscheiden und sicherstellen, dass du in der Lage bist, seine speziellen Bedürfnisse zu erfüllen, wäre es sinnvoll, darüber nachzudenken, einem Hund aus dem Tierschutz eine Chance zu geben. So kannst du einem bereits existierenden Hund helfen, ohne die weitere Zucht solcher Rassen zu unterstützen.

Französische Bulldogge im Wald
Ein klassischer Vertreter der Französischen Bulldoggen

Die beste Hunderasse für deinen Lebensstil

Wenn du darüber nachdenkst, welcher Hund zu dir passt, spielt deine eigene Lebensweise eine zentrale Rolle. Bist du sportlich und suchst einen Hund, der dich bei langen Wanderungen oder beim Joggen begleitet? Willst du vielleicht sogar in einer bestimmten Sparte des Hundesports aktiv werden? Dann könnte ein agiler Hund wie der Labrador oder der Australian Shepherd perfekt für dich sein. Beide Rassen sind aktiv und lieben es, in Bewegung zu sein, brauchen aber auch geistige Auslastung und vor allem Ruhephasen.

Du möchtest eher einen ruhigeren und genügsamen Begleiter, der entspannte Spaziergänge zu schätzen weiß und nicht so viel Action braucht? Dann solltest du nach Hunderassen Ausschau halten, die weniger anspruchsvoll sind. Ein Whippet beispielsweise ist ein ein ruhiger, liebenswerter Windhund. Er zählt zu den sehr leicht zufriedenzustellenden Hunden, die es zu Hause ruhig und gemütlich lieben. Er sollte aber regelmäßig die Möglichkeit geben den Hund (ggf. im gesicherten Gelände) rennen zu lassen.

Pflegeaufwand (und Putzaufwand): Ein oft übersehener Punkt

Eine Sache solltest du bei der Wahl der „besten Hunderasse“ ebenfalls bedenken: Bist du bereit viel Zeit und Aufwand in die Pflege zu stecken? Langhaarige Hunde brauchen regelmäßige Fellpflege. Bei manchen Rassen genügt regelmäßiges Bürsten. Andere müssen sogar frisiert, geschoren oder getrimmt werden, weil das Fell kontinuierlich wächst. Kurzhaarige Hunde haben zwar weniger Fellpflegebedarf, sind dafür aber in der kalten Jahreszeit oft auf einen Mantel angewiesen.

Denke auch daran, dass langhaarige Hunde oft mehr Schmutz ins Haus bringen – ein Faktor, den du nicht vergessen solltest.

zwei kleine weiße Hunde
Diese beiden müssen regelmäßig zum Friseur.

Und was ist mit Mischlingen?!

Ich spreche die ganze Zeit hauptsächlich von reinrassigen Hunden. Dabei sind viele Hunde, die bei uns leben, Mischlinge. Auch sie tragen die genetischen Eigenschaften ihrer Vorfahren in sich, was sich sowohl positiv als auch negativ auswirken kann.

Mischlinge sind meines Erachtens weder besser noch schlechter als Rassehunde. Allerdings sehe ich es kritisch, wenn Mischlinge gezielt vermehrt werden, insbesondere wenn die Elterntiere nicht auf gesundheitliche Probleme getestet sind. Wenn du dich für einen Mischling entscheidest, würde ich immer dazu raten, einem Hund aus dem Tierschutz oder aus dem Tierheim eine Chance zu geben, statt die Zucht von Designer-Mischlingen zu unterstützen.

Beachte auch, dass du als Hundeanfänger*in bei Direktimporten aus dem Ausland vorsichtig sein solltest. Vor allem wenn du nicht genau weißt, wie der Charakter des Hundes ist. Ein Hund von einer Pflegestelle, der bereits gut eingeschätzt werden kann, ist hier eine sicherere Wahl.

Fazit: Die beste Hunderasse für dich!

Grundsätzlich ist natürlich auch immer zu sagen, dass nicht jeder Hund jeder Rasse gleich ist. Dennoch spielen Rasseeigenschaften und genetische Veranlagung oft eine große Rolle – bei einem Hund sind sie stärker bei einem anderen schwächer ausgeprägt.

Du hast es sicher schon gemerkt: Es gibt nicht die eine „beste Hunderasse“, sondern die Hunderasse, die am besten zu dir und deinem Lebensstil passt. Die Wahl des richtigen Hundes sollte auf einer ehrlichen Selbstreflexion beruhen: Was kannst du dem Hund bieten? Wie sieht dein Alltag aus? Welche Erwartungen hast du an deinen zukünftigen Begleiter?

Wenn du diese Fragen ehrlich beantwortest und dich gut informierst, stehen die Chancen gut, dass du den perfekten Hund für dich finden wirst! Denk dran: Das Ziel ist nicht „die beste Hunderasse“ zu finden – sondern den besten Hund für dich! ❤

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