Dein Weg zum Traumhund. Das solltest du bei der Wahl deines Hundes beachten.


Eine kleine Reise in die Geschichte der Hunde

Forschungen ergaben, dass die ersten Hunderassen sich bereits vor 10 bis 15 Tausend Jahren herausbildeten – vielleicht sogar noch viel früher. Und damals wurden Hunde für einen bestimmten Zweck gezüchtet. Zum Hüten, zum Jagen oder zum Bewachen zum Beispiel. Heute wird oft vergessen, wie tief diese Eigenschaften in den Genen verwurzelt sind. Ich habe es früher selbst nicht geglaubt, wie stark genetische Veranlagung ist. Mein Saluki hat es mir gezeigt und ich habe mich vorher sehr gut über die Rasse informiert.

Kaum ein Hund wird heute noch für seinen ursprünglichen Zweck genutzt. Hunde sind heute Familienmitglieder, Freunde oder Partner und ich begrüße das natürlich. Mein Hund ist das für mich auch. Dennoch geraten dabei manchmal die Bedürfnisse und auch die Persönlichkeit der Hunde Vergessenheit.

In der heutigen Zeit kann man es immer wieder gut beobachten, wie alle paar Jahre gefühlt überall eine bestimmte Hunderasse auftaucht. Aus irgendeinem Grund, ist diese Rasse dann gerade besonders in Mode. Vor vielen Jahren war es mal der West Highland Terrier (oder auch Westi). Alle kannten ihn aus der Cesarwerbung. Später waren es dann Retriever und Labradore. Am besten ein Brauner sollte es sein, die waren besonders gefragt. Und dann kamen die Australian Shepherds… und viele Menschen waren überfordert.

Ich bin ehrlich. Vor vielen Jahren hätte ich selbst nicht gedacht, welch große Rolle die Gene eines Hundes spielen. Ich wusste es theoretisch, doch als ich es selbst erlebt habe, war ich sehr beeindruckt. Als ich mich für einen Saluki entschied, tat ich das mit dem Wissen, dass diese Hunde Sichtjäger sind. Mir war bewusst, dass ich einen Saluki vielleicht nicht ungesichert laufen lassen kann. Obwohl er nie Jagen durfte, wurde sein Instinkt so stark, dass er allem was sich bewegte hinterher rennen wollte. Und ich meine allem! Autos… Züge… Jogger… Radfahrer…

Mein Saluki „Jamaal“ und ich

Freilauf bekommt er also entweder zusammen mit anderen Hunden, wenn er sich tatsächlich darauf fixiert, auf gesichertem Gelände oder mit Hilfe der Reizangel, wo er dann mit mir zusammen Jagen darf. Ganz selten darf er allein auf dem Feld rennen, dann aber meist nur bei schlechtem Wetter, wenn es unwahrscheinlich ist, dass wir jemandem begegnen. Ich habe gelernt, mich an die Persönlichkeit und Veranlagung meines Hundes anzupassen und wir leben damit inzwischen ganz gut. Andererseits braucht er rassetypisch nicht jeden Tag stundenlange Spaziergänge oder Kopfarbeit. Er schläft dann viel und auch das war ein Punkt, der einen Windhund so interessant für mich machte. Einen Australian Shepherd würde ich mir niemals zutrauen.


Wie findest du den richtigen Hund für dich?

1. Innere Werte

Der größte Fehler, den du bei der Auswahl eines passenden Hundes machen kannst, ist dich nur am Aussehen zu orientieren. Natürlich ist es toll, wenn dir der Hund optisch richtig gut gefällt. Doch wenn der Charakter am Ende nicht zu dir passt, dann ist Frustration vorprogrammiert.

Überlege dir als ersten Schritt, was du von einem Hund erwartest. Welche Charaktereigenschaften du gut findest und was du gemeinsam mit deinem Hund machen möchtest. Überlege dir, ob du selbst sehr aktiv bist, viel Rad fährst oder Joggen gehst. Findest du eine Hundesportart gut und willst sie gern gemeinsam mit deinem Vierbeiner ausüben? Möchtest du gern einen Hund, der entspannt ist und auch mal zufrieden, wenn er nicht so viel Auslastung bekommt? Wenn du all das weißt, kannst du nach passenden Hunderassen suchen oder natürlich auch nach Mischlingen, die dazu passen. Vielleicht lohnt sich auch ein Besuch im Tierheim oder einen Blick in Richtung Tierschutzvereine, wenn es nicht unbedingt ein Welpe sein soll.


Australian Shepherds sind sehr intelligente Hütehunde und brauchen oft viel Kopfarbeit.

2. Hundefrisöre und Windhundmäntel

Erst jetzt sollte es für dich so weit sein, nach der Optik der charakterlich passenden Hunde zu gehen. Lange Haare? Kurze? Großer oder kleiner Hund? Das kann später mal eine Rolle spielen, wenn dein Hund geschoren werden muss oder anderweitig Fellpflege benötigt. Es gibt Rassen, bei denen ein regelmäßiger Friseurbesuch nötig sein wird. Bedenke auch das, bevor du dich für ein Tier entscheidest.

Ich selber fand es total klasse, dass Salukis weitestgehend kurzes Fell haben. Sie haaren wenig und riechen kaum nach Hund. Dafür brauchen sie im Winter aber einen Mantel oder Pullover, weil sie aufgrund des dünnen Fells und des geringen Fettanteils sehr schnell frieren. Ich könnte Jamaal niemals draußen im Garten halten!

3. Veranlagung für Krankheiten

All die verschiedenen Hunderassen, die wir heute kennen, entstanden einmal durch Selektion. Eine Zucht basiert immer darauf, dass Tiere mit bestimmten optischen und auch charakterlichen Eigenschaften gekreuzt werden, um letztlich immer mehr zu dem zu werden, was dem Zuchtziel entspricht. Damit gehe leider rassetypische Erkrankungen einher. Bei manchen Rassen ist die Zucht leider sogar so weit gegangen, dass Sie häufig von Grund auf aus anatomischen Gründen mit bestimmten Dingen Probleme haben.

Rassen mit sehr kurzen Nasen röcheln häufig. Viele Liebhaber finden das super süß, dennoch ist es meistens ein Zeichen von Atembeschwerden, auch wenn man es dem Tier scheinbar nicht anmerkt. Schließlich kennt der Hund es nur so und hat es nie anders erlebt. Viele Deutsche Schäferhundlinien wurden mit einem so markanten Gang und Exterieur gezüchtet, dass sie oft starke Hüftprobleme entwickeln (sogenannte Hüftdysplasie). Hunderassen mit „zu viel Haut“ wie z.B. der Shar Pei bekommen nicht selten Probleme mit Hautentzündungen, da in die Hautfalten nur wenig Luft kommt und sich ein Milieu bilden kann, was für Bakterien von Vorteil ist.

Informiere dich deshalb am besten vorher, ob die Hunderassen die für dich interessant sind, eine Veranlagung für bestimmte Erkrankungen haben. Zum einen bist du dann in der Lage auf bestimmte Symptome vermehrt zu achten und früh einzugreifen, sollte es Probleme geben. Zum anderen kannst du für dich entscheiden, ob du es verantworten kannst, einen Hund zu halten, der vielleicht aufgrund seiner Rasse einmal massive gesundheitliche Probleme bekommt.

4. Stimmt die Chemie?

Wenn du all deine Hausaufgaben erledigt hast, hast du jetzt bestimmt eine genauere Vorstellung davon, was für einen Hund du als Gefährten möchtest. Dann wird es langsam Ernst! Schaue dir unterschiedliche Hunde an. Nimm zu verschiedenen Züchtern, Tierheimen oder anderen Stellen Kontakt auf und nimm dir Zeit. Achte bitte immer darauf, unter welchen Bedingungen die Hunde gehalten werden und kaufe keine Billighunde aus dem Ausland. Oftmals sind diese krank und werden unter schlimmsten Bedingungen vermehrt. Das würde hier jetzt allerdings den Rahmen sprengen. Wichtig ist, dass du sowohl beim Hund als auch bei den Menschen dahinter ein gutes Gefühl hast!

Wenn der Tag gekommen ist, an dem du zu den Verkäufern fährst und dir vielleicht einen Hund aussuchst, dann hör auf dein Herz. Ich habe oft von anderen gehört, dass sie einen Hund genommen haben, der ganz anders aussah, als sie sich ursprünglich vorstellten. Wieso? Weil die Chemie gestimmt hat. Es hat sich richtig angefühlt. Genau diese Leute sind unfassbar glücklich mit ihrer Wahl. Manchmal passt es einfach.

Zwischen diesem Basenji und seinem Frauchen stimmt die Chemie!

Wenn du die Möglichkeit hast, fahre mehrfach zu den Züchtern oder zum Tierheim und besuche den Hund schon, bevor er bei dir einzieht. Ich weiß, dass das nicht immer möglich ist. Aber wenn du kannst, dann nutze die Chance! So könnt ihr euch schon besser kennen lernen.

Ich hoffe sehr, dass ich dich hiermit auf dem Weg zum Traumhund unterstützen kann. Vielleicht ist es auch erst in ein paar Jahren so weit, dass dein Hund bei dir einziehen wird. Ich bin mir aber ganz sicher, dass du einen großartigen Begleiter finden wirst, wenn du dir die Zeit nimmst, ein paar wichtige Dinge beachtest und auf dein Herz hörst.

Bis zum nächsten Mal,
deine Jessy. <3

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